Funktionen des Geldes
Nach J. M. Keynes (John Maynard Keynes war britischer Ökonom, Mathematiker und Politiker) ist der Nutzwert eines jeden wirtschaftlichen Gutes bestimmt durch den mit ihm erzielbaren Ertrag, seine Liquiditätsprämie (die Übertragbarkeit und Tauschbarkeit) und seine Durchhaltekosten (den Aufwand für Unterhalt, Verwaltung und Sicherheit).
Im Vergleich zu allen anderen Wirtschaftsgütern vermittelt Geld keinen wirtschaftlichen Ertrag, besitzt aber die höchste Liquiditätsprämie und verursacht die geringsten Durchhaltekosten.
Die Güter, für welche dieser besondere Umstand zutrifft und welche sich durch bequeme Handhabbarkeit auszeichnen, eignen sich als allgemeines Tauschmittel einer Gesellschaft, und genau dies trifft eben auf Geld zu. Deshalb ist Geld das begehrteste Wirtschaftsgut überhaupt.
Die Weitergabe von Geld dient dem Begleichen von Rechnungen, wenn Sie z. B. online Werbemittel bestellen oder Schulden und vermittelt dadurch beim wirtschaftlichen Austausch von Waren und Dienstleistungen. Durch seine normalerweise gegebene Wertbeständigkeit dient es auch der Aufbewahrung von wirtschaftlichen Werten und ist deshalb ein geeigneter Maßstab zum Vergleichen der Werte von Waren, Dienstleistungen und Vermögen.
Werte aus einem Geldvermögen sind nur dann ein Zahlungsmittel, wenn sie ohne vorherige Umwandlung in eine andere Vermögensform zum Zahlen verwendet werden können.
Im Volksmund wird die Bezeichnung Geld auch für ein Vermögen allgemein gebraucht.
Für das Halten von Geld bei Nichtbanken (auch Geldnachfrage oder Kassenhaltung genannt) lassen sich drei Gründe unterscheiden:
- die Geldhaltung zur Abwicklung von beabsichtigten und erwarteten Zahlungen (die „Transaktionskasse” im engeren Sinne).
- die Geldhaltung aus Sicherheitsgründen zur Abwicklung unvorhergesehener Verpflichtungen (die „Vorsichtskasse”, ein Teil der Transaktionskasse im weiteren Sinne).
- die Geldhaltung aus spekulativen Gründen zur Realisierung erwarteter Wertpapier-Kursgewinne bzw. zur Vermeidung erwarteter Wertpapier-Kursverluste (die „Spekulationskasse”).
Geld ist also ein Wert- oder Vergleichsmaßstab. Es dient der Bewertung und dem Vergleich von Waren, von Dienstleistungen und entlohnter Arbeit. Damit kann man deren wert vergleichen, sie kaufen und bezahlen. Die Menge Geld, die jemand besitzt, kennzeichnet auch letztendlich seinen sozialen Status, denn für die diese relative Menge Geld kann er einen Wertanteil vom gesamten Sozialprodukt erwerben, wenn er es ausgibt.
Geld wird von Niklas Luhmann (Begründer der modernen Systemtheorie) als Kommunikationsmedium innerhalb von Wirtschaftssystemen dar gestellt. Innerhalb dieses Systems kann nur mittels Geld kommuniziert werden. Andere Informationen wirken auf das Wirtschaftssystem und die innerhalb ihr stattfindende geldliche Kommunikation nur über die strukturelle Kopplung der Wirtschaft mit anderen Systemen, werden aber innerhalb der Wirtschaft nach Luhmanns Systemdefinition nicht direkt kommuniziert