Während der Weltwirtschaftskrise in den USA ist die Geldmenge um rund 30% gesunken. Die Zentralbanken orientierten sich in den 1970-er Jahren noch am Zins. Es stellte sich aber heraus, dass sie nur den kurzfristigen Geldzins, nicht aber den langfristigen Kapitalzins beeinflussen konnten. Bedingt dadurch stiegen die langfristigen Zinsen im Gegenteil sogar noch an. Heutige Zentralbanken versuchen deshalb, das Wachstum der Geldmenge dem Wachstum des Produktionspotentials anzugleichen. Um für die Wirtschaftssubjekte die wirtschaftliche Planung zu erleichtern, verkünden manche Zentralbanken auch Inflationszielwerte, was letztendlich heißt, sie kündigen eine Geldpolitik an, die das Ziel hat, die Inflation unterhalb eines bestimmten Zielwertes zu halten. Die EZB hat beispielsweise einen Zielwert von knapp unter 2 %. Probleme bereitet inzwischen zunehmend die Vermögenspreisinflation, die sich in spekulativen Blasen zeigen kann.

Die „Keynesianer” steuern bevorzugt eher auf der Nachfrageseite: Durch eine höhere Besteuerung oder geringere Staatsausgaben wird versucht, die Nachfrage zu bändigen. Es sind aber auch diesem Mittel sehr enge Grenzen gesetzt.

Die Golddeckung derWährung war eine andere früher durchgeführte Möglichkeit, aber mit manchen Nachteilen verbunden Wenn Gold nicht unmittelbar Geld war, wurde der Wert des umlaufenden Papiergeldes in einem bestimmten Verhältnis durch Goldreserven bei den Banken gedeckt. Es war gar keine hundertprozentige Deckung nötig, es reichte schon ein kleineres Verhältnis, um unter normalen Umständen jederzeit Papiergeld in Gold auf Verlangen eintauschen zu können. Im Jahr 1971, unter Präsident Nixon, gaben die USA offiziell die Goldeinlösungspflicht auf, diese hatte zu diesemZeitpunkt schon nur noch gegenüber staatlichen Zentralbanken bestanden. Dies war ein Teil vom Ende des internationalen Währungssystems von Bretton Woods, 1973. Bis dahin waren indirekt alle Währungen noch an Gold gebunden; die Währungen selbst an den US-Dollar, der US-Dollar dann an das Gold. Da nach dem Ende von Bretton Woods die Inflationsraten weltweit in die Höhe schnellten, gibt es immer wieder Überlegungen, ob nicht doch zu diesem System zurückgekehrt werden sollte. Angesichts derzeit niedriger Inflationsraten wird dies allerdings weniger wegen der Inflationsgefahren, sondern mehr zur Eindämmung von Wechselkurs-Schwankungen gelegentlich diskutiert.

Schließlich wurden die hohen Inflationsraten der 70er Jahre, nachdem der Lohn- und Preisstopp unter Präsident Nixon erfolglos geblieben war, erst durch eine restriktive Geldpolitik gestoppt. Das bedeutet, dass das Geldangebot verknappt wurde, und die lang- als auch die kurzfristigen Zinssätze schnellten zum Dekadenwechsel 1970-er auf 1980-er Jahre in die Höhe. Dabei können die Zentralbanken jeweils die kurzfristigen Zinssätze recht unmittelbar beeinflussen, während die langfristigen Zinssätze nur mittelbar beeinflusst werden können. Seit den 1980-er Jahren scheint das Gespenst der Inflation gebannt zu sein, doch sind seitdem die Zinssätze gemessen an der goldenen Regel der Akkumulation zu hoch, vor allem bei den langfristigen Zinssätzen.

Allerdings zeigen sich in letzter Zeit Tendenzen zu einer Steigerung der Inflationsrate. Dies ist vor allem bedingt, da durch weltweit gestiegene Nachfrage nach Rohöl und anderen Energieträgern sowie nach Rohstoffen diese Preise stark ansteigen und dadurch die Produktionskosten dementsprechend mit steigen. Energie und Waren werden teurer. Die ebenfalls steigenden Lebensmittelpreise spielen in diesem Zusammenhang aber eine eher untergeordnete Bedeutung, sind vor allem für Personen mit geringerem Einkommen belastend.