Die Inflation
Die Inflation bedeutet in der Volkswirtschaftslehre einen andauernden, deutlich bemerkbaren Anstieg des Preisniveaus. Es ist also die Änderung Verhältnisses beim Austausch von Geld zu allen anderen Gütern zu Lasten des Geldes. Daher kann man unter einer Inflation letztendlich auch „die” Geldentwertung verstehen. Ohne eine überschießende Geldmenge ist eine Inflation nicht denkbar.
Um den Begriff „alle anderen Güter” zu realisieren, werden Indizes oder so genannte Warenkörbe definiert, diese Bewertung nimmt in Deutschland das „Statistische Bundesamt” in Wiesbaden wahr.
Einer der bekanntesten Begriffe in Zusammenhang mit der Inflation ist die so genannte „gefühlte Inflation”. Dieser Begriff war besonders beider Einführung des Euro sehr prägnant. Denn es kam in einigen Ländern der EU zu einem Auseinanderklaffen zwischen den Inflationsraten, wie sie von der Bevölkerung laut veröffentlichten Umfragen wahrgenommen wurden, und denjenigen, wie sie die statistischen Ämter ermittelt hatten. Die „gefühlte Inflation” lag, zumindest nach den Angaben des deutschen Statischen Bundesamt deutlich höher als die amtliche Inflationsrate. Der Grund dafür war, dass alltägliche Ausgaben wie Lebensmittel, Heizung und Verkehr einen weitaus höheren Preisanstieg hatten als teurere, luxuriöse Waren wie beispielsweise Computer, Autos oder Pauschalreisen. Alle diese Preise werden jedoch bei der Zusammenstellung des so genannten repräsentativen Warenkorbes anteilig berücksichtigt. In diesem bilden dabei die alltäglichen Ausgaben nur einen kleinen Teil des offiziellen statistischen Warenkorbes, während sie bei Privathaushalten mit niedrigen Einkommen tatsächlich einen wesentlich größeren Anteil haben.
Diese Situation ist auch heute wieder, vor allem durch stark steigende Lebensmittel und Energiepreise gegeben.
Bei einer schweren Inflation (also über etwa 5 % Wertverlust im Jahr) verliert das Tauschmittel Geld seinen Wert schneller als andere Güter (z.B. Immobilien, Aktien, Sachkapital allgemein) und büßt daher seine Funktion als Wertmaßstab und der Wertaufbewahrung ein. Noch nach dem 2. Weltkrieg wurde in Deutschland stattdessen eine Ersatzwährung verwendet, so z.B. Zigaretten, in der Türkei früher der US-Dollar.
Es kommt zur Flucht in stabile Sachwerte die ihren Wert behalten und zur Kapitalflucht. Das Kapitalangebot auf den Kapitalmärkten nimmt ab, da die Anbieter wegen der Inflation mit einem Werteverzehr rechnen, dafür steigt der Kapitalzins an. Aus dem gleichem Grund werden kaum noch langfristige Kredite angeboten, und wenn, dann nur mit variablem Zins. So besteht auch keine Planungssicherheit mehr für Kreditnehmer. Bisher sich gerade noch lohnende Investitionen werden durch die Zinssteigerung unrentabel und genauso gehen Unternehmen, deren Rendite nicht mehr ausreicht, Bankrott.
Im Fall von flexiblen Wechselkursen wertet die inländische Währung ab, bei festen Wechselkursen jedoch wird es für die ausländischen Anbieter attraktiver, ihre Waren im Inland anzubieten dahingegen lohnt es sich für die inländischen Anbieter weniger zu exportieren. So kommt es zu Importüberschüssen.
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