Die Geldmengensteuerung, wie sie beispielsweise die Deutsche Bundesbank ab 1975 bis zur Übergabe der geldpolitischen Kompetenz an die Europäische Zenztralbank betrieb, basiert auf der Theorie des Monetarismus, dass nämlich die Geldnachfrage in einer Volkswirtschaft langfristig stabil ist. Mit dieser Annahme lässt sich aus der Quantitätsgleichung eine einfache Regel für ein Geldmengenwachstum ableiten, das einerseits genügenden Spielraum für das Wirtschaftswachstum bietet, andererseits keine Inflation aufkommen lässt:

Wächst die Wirtschaft beispielsweise mit einer durchschnittlichen Rate von 3 % und hält die Notenbank eine Inflationsrate von 2 % für akzeptabel (oder auch für nicht vermeidbar), so muss die Geldmenge langfristig mit einer Rate von 5 % ausgeweitet werden. Das behindert auf der einen Seite die Wirtschaft nicht am Wachsen, auf der anderen Seite lässt es keine nicht mehr akzeptable hohe Inflation entstehen.

Mit einer Zinspolitik versucht die Notenbank die Zinsen am Kapitalmarkt zu beeinflussen, die letztendlich für die Finanzierungsbedingungen von sowohl den Unternehmen als auch den Konsumenten entscheidend sind. Die Kapitalmarktzinsen sind letztendlich das Ergebnis von Angebot und Nachfrage, somit können sie von der Notenbank nur indirekt beeinflusst werden, wenn die Notenbank durch ihre geldpolitischen Instrumente das Angebot am Kapitalmarkt beeinflusst. Es gibt aber besonders bei den offenen Kapitalmärkten und der internationalen Mobilität des Kapitals Situationen, in denen die Notenbank die Kapitalmarktzinsen nur noch unzureichend beeinflussen kann.

Der dritte mögliche Eingriff besteht in einer direkten Inflationssteuerung. Die Notenbanken legen ein Inflationsziel fest und beobachten dann die gegenwärtige Preissteigerung und alle gegebenen Faktoren, die die künftige Preissteigerung bestimmen (beispielsweise das Wirtschaftswachstum). Wenn sie eine Gefährdung ihres Inflationszieles sehen, gestalten sie ihre Geldpolitik restriktiver, was bedeutet, sie ergreifen Maßnahmen die den Geldumlauf einschränken.

Besonders für kleinere Länder mit einem eher großen außenwirtschaftlichen Bereich kann es sinnvoll sein, die Geldpolitik einem Wechselkursziel unterzuordnen. Vollständig ist diese Unterordnung in einem so genannten Currency board, bei welchem die Notenbank nur so viel Geld in Umlauf bringen darf, wie sie Devisenreserven besitzt.

Die Europäische Zentralbank verfolgt eine Mischstrategie. Sie verfolgt einerseits ein Inflationsziel, achtet aber andererseits auch auf die Geldmenge, die ihr die langfristigen Inflationsgefahren anzeigt.

Eine expansive Geldmarktpolitik ist eine geldmarktpolitische Maßnahme der Ausdehnung der Geldmenge respektive des Geldangebotes einer Zentralbank. Hierdurch versucht man seine wirtschaftspolitischen Ziele zu erreichen. Die Verknappung der Geldmenge wird als restriktive Geldpolitik bezeichnet.

Um die gesetzten Ziele ihrer Geldmarktpolitik zu erreichen, stehen der Notenbank eine Reihe verschiedener geldmarktpolitischer Instrumente zur Verfügung. Sie führt so genannte Offenmarktgeschäfte durch, bietet auch ständige Fazilitäten an und verlangt zusätzlich, dass alle Kreditinstitute Mindestreserven bei ihr hinterlegen. Die expansive Geldmarktpolitik beweist sich auch dadurch, dass die Zentralbank beispielsweise von den Geschäftsbanken bestimmte Wertpapiere und auch Wechsel ankauft. Im Rahmen einer Offenmarktpolitik ist es der Zentralbank außerdem möglich, dass sie Wertpapiere am Wertpapiermarkt erwirbt. Die expansive Geldpolitik verfolgt die Senkung der Reservesätze durch die Zentralbank und damit gleichzeitig die Entstehung von Überschussreserven.

Die Geldmarktpolitik ist das wirkungsvollste Instrument zur kurzfristigen Stabilisierung von Konjunkturzyklen. Im Gegensatz zur restriktiven Geldmarktpolitik wird die expansive Geldmarktpolitik während der Zeiten einer Rezession getätigt um die Wirtschaft anzuregen. Kurzfristig hat sie eine reale und sehr schnelle Wirkung auf die Produktion beziehungsweise auf den Zinssatz, mittelfristig gesehen ist sie aber wirkungslos und im Endeffekt bleibt nur eine Erhöhung des Preisniveaus.

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