Für die Theorie des so genannten Monetarismus hingegen spielt eine Geldpolitik die zentrale Rolle. Anstatt für nur kurzfristige Interventionen sprechen sich die Vertreter des Monetarismus für vorhersehbare, gleich bleibende (damit langfristig kalkulierbare) Bedingungen für die Wirtschaft aus.
Das zentrale Ziel ist dabei die Stabilität des Preisniveaus. Um diese Stabilität zu gewährleisten, empfehlen sie ein reglementiertes Geldmengenwachstum. Die Stabilität des Preisniveaus gilt wegen der stets negativen Auswirkungen der Inflation, sowohl auf die Kapitalbildung als auch auf das Wachstum, als das wichtigste Ziel einer Geldpolitik. Da eine Inflation die Geldvermögen entwertet und gleichzeitig Schuldner begünstigt, sind die Wirtschaftssubjekte bei hoher Inflation nicht bereit zu sparen. Aus diesem Grund steht bei einer Inflation für Investitionen kaum Geldkapital zur Verfügung. Dadurch wird zu wenig Sachkapital gebildet und das behindert das Wachstum. Zudem überdeckt eine hohe Inflationsrate alle Signale, die von den Preisen auf das Marktgeschehen ausgehen:
Wenn aber ein Produkt teurer wird, so ist nicht sicher zu erklären, ob diese Tatsache nur der allgemeinen Inflation folgt, oder aber durch die steigende Nachfrage begründet ist, so dass sich Unternehmen der Produktion dieses Gutes zuwenden sollen.
Von den unterschiedlichen theoretischen Positionen ausgehend kann man schlussfolgern, dass in solchen Ländern, in denen einer eher der keynesianischen Theorie der Geldmarktpolitik gefolgt wird, die Notenbank vorwiegend Wachstums- und Beschäftigungsziele hat.
In solchen Ländern in denen mehr der monetaristischen Theorie bei der Ausrichtung der Wirtschaftspolitik gefolgt wird, steht eher die Stabilität des Preisniveaus im Vordergrund. Einfach ist eine Unterscheidung nicht. Es spielen bei der Ableitung der Ziele auch die historischen Erfahrungen eine sehr wichtige Rolle. In Deutschland war nach zwei Hyperinflationen die Stabilität des Preisniveaus immer ein wichtiges Ziel, unabhängig von der allgemeinen Ausrichtung der Wirtschaftspolitik.
Um die jeweils verfolgten wirtschaftspolitischen Ziele zu erreichen, nehmen Notenbanken auf die Geldversorgung und das Zinsniveau, damit auch auf die Finanzierungs-bedingungen innerhalb der Volkswirtschaft Einfluss.
Dazu orientieren sie sich an gesetzten Zwischenzielen, die idealerweise gut und kurzfristig zu beobachten sind, gleichzeitig aber auch in einem ausreichend engen Zusammenhang zum gesetzten wirtschaftspolitischen Ziel stehen. Die meist gebräuchlichen Zwischenziele sind sowohl die Geldmenge, die Zinsen, die Inflationsrate selbst, als auch bisweilen der Wechselkurs.