Die Europäische Zentralbank
Die Europäische Zentralbank ist autonom, was bedeutet sie ist von den Regierungen der Eurozone nicht abhängig.
Dadurch dass die Zentralbank die Verantwortung für die Stabilität des Geldwertes trägt, darf sie keine finanziellen Beziehungen zu irgendwelchen Einrichtungen der europäischen Währungsgemeinschaft und zu öffentlichen nationalen Einrichtungen haben.
Denn immer dann, wenn Geldmarktpolitik nicht unabhängig, ist sie stets dadurch bedroht, dass sie für andere wirtschaftspolitische Ziele benutzt wird.
Die autonome Geldmarktpolitik der Europäischen Zentralbank ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
- eine institutionelle, operative Autonomie“Die EZB verfügt über alle Instrumente und Kompetenzen, die für die Durchführung einer effizienten Geldpolitik erforderlich sind, und ist befugt, eigenständig über deren Einsatz zu entscheiden.”[
- eine personelle Autonomie”Die Satzung sieht für die Mitglieder des Rates der Europäischen Zentralbank die folgenden Amtszeiten vor:
- Eine Amtszeit von mindestens fünf Jahren für die Präsidenten der nationalen Zentralbanken.
- Eine Amtszeit von acht Jahren für die Mitglieder des Direktoriums der Europäischen Zentralbank; eine Wiederernennung ist nicht zulässig.”
- Die Amtsperioden sind länger als die Legislaturperioden in der Politik. Dadurch wird die Unabhängigkeit des Rates der Europäischen Zentralbank von irgendwelchen politischen Gruppierungen gewährleistet.
- Eine finanzielle Autonomie”Die Europäische Zentralbank verfügt über einen eigenen Haushalt. Ihr Kapital wird von den nationalen Zentralbanken des Euroraums gezeichnet und eingezahlt.”
Hauptaufgabe der Europäischen Zentralbank ist die Gewährleistung der Preisstabilität. Die Zentralbank kann allerdings die Preise nicht direkt kontrollieren, sondern sie kann nur versuchen, eine Stabilität der Preise über eine angemessene geldmarktpolitische Strategie zu erreichen. Die geldmarktpolitische Strategie bildet das Gerüst für die laufende Geldmarktpolitik. Ihr Inhalt ist somit den gesamte Weg vom Einsatz der geldmarktpolitischen Instrumente bis hin zu den Endzielen der Geldmarktpolitik.
Bei geldmarktpolitischen Strategien wird zwischen zwei Arten von Strategie unterschieden, nämlich einer zweistufigen und einer einstufigen Strategie.