Das Geld
Das Wort „Geld” entstammt dem althochdeutschen Wort „gelt”, das die Bedeutung „Zahlung” oder „Vergütung” hat.
Die Geschichte des Geldes
Geschichtlich gesehen erlangten bestimmte begehrte Güter wie anfänglich z.B. Muscheln, dann Gold oder Silber eine Geldfunktion, indem man sie als Zwischentauschmittel eingesetzt hat.
Heute liegt Geld allgemein in einer gegenständlichen Form (Geldscheine und Münzen) oder in dokumentarischer Form (z.B. gespeicherte Daten auf Konten) vor. Der Geldverkehr kann somit auch bargeldlos als Überweisung (Giralgeld) oder als sachliche Transaktion (z. B. beim Bezahlen einer Ware wenn man billig Handys kaufen will oder als Einzahlung oder Auszahlung) erfolgen. Standards wie beispielsweise der bargeldlose Zahlungsverkehr dienen der Vereinfachung dieser Transaktionen.
Geld entstand in zwei wesentlichen Schritten:
Die ersten „Zahlungsmittel” waren natürliche Gegenstände, die in zwar begrenzter, aber dennoch ausreichender Anzahl vorhanden waren und in Form des Austausches gegen Waren oder Leistungen in Gebrauch oder Umlauf gebracht wurden.
Es handelte sich dabei entweder um natürliche Gegenstände (das „Naturalgeld”) oder um Schmuckstücke (das „Schmuckgeld”), aber auch im weitesten Sinn um allgemeine Gebrauchs- und Nutzgegenstände wie z.B.auch Nutztiere.
Naturvölker die noch kein persönliches Eigentum kannten, benutzten ursprünglich diese erste Art von Geld. Am bekanntesten dürfte in diesem Zusammenhang die Kauri-Muschel sein, die im südlichen Asien und in Afrika bis in das 19.Jahrhundert als Zahlungsmittel verwendet wurde.
Diese Form des Zahlungsmittels wird auch heute noch unwillkürlich benutzt, meist in Notzeiten. So zum Beispiel zum letzten Mal in Deutschland mit der „Zigarettenwährung” nach dem Zweiten Weltkrieg.
Im Mittelalter gab es, besonders im slawischen und im skandinavischen Ostseeraum, stark ausgeprägte so genannte Gewichtsgeldwirtschaften. Hier wurden Metalle, besonders Silber, in Form von Barren, die häufig dem benötigten Gewicht nach zerteilt wurden, oder Schmuckstücke und auch auswärtige Münzen als Zahlungsmittel (so genanntes Gewichtsgeld) verwendet. Dabei war auch bei den Münzen allein das Gewicht der Münzen maßgebend, das Käufer und Verkäufer durch eine Doppelwägung bestimmten.
Für den zweiten Weg der Entstehung des Geldes wurde in Form von umlaufenden Belegen für Guthaben auf verpfändbares privates oder öffentliches Eigentum die Voraussetzung geschaffen. Aber eine Vermögenschadenhaftpflicht mit Deckung von Schäden gab es noch nicht.
Maßgebend dafür war der Begriff von Eigentum an bestimmten Gütern, gegen deren Verpfändung das „Geld” von ihren Eigentümern als Kredit herausgegeben wird. Als verpfändetes Eigentum konnte zum Beispiel ein Landbesitz oder auch hinterlegtes Münzgeld dienen. Den Besitzern dieser Geldbelege stand auf deren Forderung die Herausgabe des verpfändeten Eigentums zu.
Auf diese Weise kommt Geld eigentlich durch Verschuldung zustande und ist somit rein rechtlich gesehen ein Schuldschein und damit ein Schuldentilgungsmittel. Kreditablösung mit verschiedenen Banken gab es noch nicht.
Ein derartiges Verfahren wird bis heute bei Geschäfts- und Zentralbanken beibehalten. Geld wird durch die Beleihung verpfändbarer Wertpapiere von vertrauenswürdigen Kreditnehmern gegen Zins an diese ausgegeben.
Es gab auch noch eine dritte, nur vorübergehend benutzte Form der Geldentstehung. Dies ist die absichtliche Schaffung von so genanntem Notgeld. Zum Beispiel haben um 1923 in Deutschland gewisse Städte Notgeld als Ersatz für offizielles Geld herausgegeben.
Das Geld war in der Entstehung über Jahrhunderte an wertvolle Tauschmittel, wie beispielsweise Goldmünzen gebunden. Heute bestehen die „Gelddokumente” in der Regel aus praktisch wertlosem Material (Banknoten aus bedrucktem Papier).
Dementsprechend wurden in Europa Gold und Silber als „Deckung”, also als Wertgarantien für das ausgegebene Geld, bei den jeweiligen Notenbanken hinterlegt Seit den frühen siebziger Jahren wurde diese Deckungsgarantie für Bargeld in immer mehr Staaten aufgehoben und das internationale System, die Golddeckung, mehr und mehr abgebaut. Den gravierendsten Einschnitt in dieses System der Golddeckung stellte hierbei die Aufkündigung der Deckungsgarantie durch den Präsidenten der USA, Richard Nixon, für den Dollar im Jahre 1973 dar.
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